Aktuelles

Auszahlung von Überstunden bei außertariflichen Mitarbeitern

Freitag, 29.06.2018 - Roland Kirsten

 

Bei Angestellten, die über Tarif bezahlt werden stellt sich häufig die Frage, ob sie auch Anspruch auf Vergütung und Auszahlung  geleisteter Überstunden haben. Im Allgemeinen gilt dazu die Regeln, dass mit der Gewährung der übertariflichen Bezahlung auch etwaige Überstunden abgegolten sind und deshalb keine weiteren Ansprüche auf Vergütung und Auszhalung bestehen: So richtig diese Regel ist, so wichtig ist es auch, im konkreten Fall genau auf die vertragliche Situation zu schauen und diese genau zu analysieren.

Gibt es eine vertragliche Regelung oder Betriebsvereinbarung zu den Überstunden?

Im Einzelfall können dann auch außertarifliche Mitarbeiter einen Anspruch auf Bezahlung von Überstunden haben. Arbeitsverträge schließen häufig eine Vergütung standardmäßig aus. Bei diesen Klauseln ist zu prüfen, ob sie nicht nach dem AGB-Recht unwirksam sind. Das wird von der Rechtsprechung regelmäßig bejaht. Infolge der Unwirksamkeit der Klausel besteht dann ein Anspruch auf Bezahlung der Überstunden.

Der Ausschluss der Vergütung von Überstunden bei außertariflichen Mitarbeitern kann aber nicht nur im Vertrag selbst geregelt sein. Es finden sich auch Fälle, in denen in einer Betriebsvereinbarung die Überstundenvergütung geregelt bzw. ausgeschlossen werden soll. Gerade im Finanz- und Versicherungssektor ist das häufiger der Fall.

Auch der Ausschluss der Überstundenvergütung in einer Betriebsvereinbarung muss nicht zwingend einer Abgeltung der geleisteten Überstunden entgegenstehen. Das gilt insbesondere, wenn der Arbeitgeber in der Vergangenheit Maßnahmen ergriffen hatte, um Überstunden zu erfassen und einen Freizeitausgleich für alle Mitarbeiter vorgesehen war.

In diesen Fällen lohnt eine genaue Prüfung der Möglichkeiten der rechtlichen Durchsetzung.

Zögern Sie nicht, sich bei diesen komplexen vertraglichen Arbeitsrechtsfragen rechtlichen Rat einzuholen! Alegos berät Sie gerne diesbezüglich.

Unterhalt von Kindern für Eltern – wann müssen Kinder Elternunterhalt bezahlen?

Mittwoch, 13.06.2018 - Valeska Jansen

Immer mehr ältere Menschen leben in Alten- und Pflegeheimen. Reichen Rente und Pflegeversicherung nicht aus, um die Heimkosten zu decken, trägt zunächst die öffentliche Hand die Kosten. Einen Teil der Heimkosten verlangen die Sozialämter jedoch von den unterhaltspflichtigen Kindern zurück. Im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten sind Kinder dazu verpflichtet, für den Unterhalt der Eltern zu sorgen, wobei Geschwister anteilig je nach Ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen haften. Ob die Kinder tatsächlich Elternunterhalt zahlen müssen, hängt von deren Einkommen und Vermögen ab. Vom unterhaltsrechtlich bereinigten Nettoeinkommen wird ein Selbstbehalt von mindestens 1.800 Euro abgezogen. Für eine Familie liegt der erhöhte Selbstbehalt bei 3.240 Euro. Zum Schonvermögen der Kinder gehört auch die selbst genutzte Immobilie. Unterhaltsberechtigte eigene Kinder haben Vorrang vor den Unterhaltsansprüchen der eigenen Eltern. In Ausnahmefällen kann der Elternunterhalt durch schwere Verfehlungen gegen das Kind verwirkt sein, sodass kein Elternunterhalt zu zahlen ist. Insbesondere, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber ihrer früherer Unterhaltsverpflichtung nicht nachgekommen sind und seit Jahren kein Kontakt mehr zwischen Elternteil und Kind besteht, sehen die Gerichte in Einzelfällen eine Unterhaltspflicht gegenüber den Eltern als nicht gegeben an.

Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie bei uns Frau Rechtsanwältin Valeska Jansen an!

Haben volljährige Kinder einen Anspruch auf Unterhalt?

Sonntag, 03.06.2018 - Roland Kirsten

Mit Erreichen der Volljährigkeit, regelmäßig also mit 18 Jahren, stehen die meisten Kinder finanziell noch nicht auf eigenen Beinen, sodass sich die Frage stellt, inwieweit volljährige Kinder einen Anspruch auf Kindesunterhalt gegen ihre Eltern haben.

Auch für die Eltern ist diese Frage interessant.

Als Grundsatz gilt: Eltern müssen ihren volljährigen Kindern regelmäßig so lange Unterhalt zahlen, bis diese eine erste berufliche Ausbildung oder ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Der Kindesunterhalt endet dementsprechend nicht mit Eintritt in die Volljährigkeit.

Ob während einer zweiten, sich anschließenden Ausbildung weiterhin Volljährigenunterhalt der Eltern geschuldet ist, ist im Einzelfall zu überprüfen – in wenigen Einzelfällen ist über die erste Ausbildung hinaus auch noch weiterhin Unterhalt an das volljährige Kind zu zahlen.

Wie viel Vater und Mutter zahlen müssen, ergibt sich auch beim Volljährigenunterhalt aus der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, sofern das Kind noch bei einem Elternteil wohnt. Verdient das volljährigen Kind neben der Schule oder dem Studium regelmäßig selbst etwas dazu, müssen die Eltern weniger oder sogar keinen Unterhalt mehr zahlen.

Als eigenes Einkommen des Kindes zählen auch Stipendien, BAföG und Kindergeld. Ist nach Abschluss der Schule zunächst eine größere Reise oder eine Tätigkeit wie beispielsweise als Au-Pair im Ausland geplant, gibt es grundsätzlich keinen Anspruch auf Volljährigenunterhalt für das Kind. Der Anspruch ist insofern an den Beginn einer beruflichen Ausbildung oder die Aufnahme eines Studiums gebunden.

Zahlen unterhaltspflichtige Eltern ihren volljährigen Kindern keinen Unterhalt, kann von diesen beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung, dem BAföG-Amt, ein Antrag auf Vorausleitung gestellt werden.

Das BAföG-Amt holt sich den Vorschuss dann bei den unterhaltsverpflichteten Eltern wieder zurück.

Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie bei uns Frau Rechtsanwältin Valeska Jansen an!

Urteil gg. TUIfly: EuGH bejaht Ausgleichszahlungen für Flugreisende nach Flugausfall trotz „Wilden Streiks“ des Flugpersonals

Dienstag, 24.04.2018 - Christoffer Friedrich

Am 30.09.2016 kündigte die Fluggesellschaft TUIfly ihrer Belegschaft überraschend Pläne zur Umstrukturierung des Unternehmens an. Dies führte dazu, dass sich das Flugpersonal nach einem von den Arbeitnehmern selbst verbreiteten Aufruf während etwa einer Woche krank meldete. Infolge dieses “Wilden Streiks“ wurden zahlreiche Flüge von TUIfly annulliert oder hatten eine Ankunftsverspätung von drei Stunden oder mehr. Da TUIfly der Ansicht war, dass es sich um “außergewöhnliche Umstände“ im Sinne der Unionsverordnung über Fluggastrechte gehandelt habe, weigerte sie sich, den betroffenen Fluggästen die vorgesehenen Ausgleichszahlungen zu leisten.

Der Gerichtshof hat durch Urteil vom 17.04.2018 nun entschieden, dass die spontane Abwesenheit eines erheblichen Teils des Flugpersonals nicht unter den Begriff der “außergewöhnlichen Umstände“ fällt, wenn sie auf die überraschende Ankündigung von Umstrukturierungsplänen durch ein ausführendes Luftfahrtunternehmen zurückgeht und einem Aufruf folgt, der nicht von den Arbeitnehmervertretern des Unternehmens verbreitet wird, sondern spontan von sich krank meldenden Arbeitnehmern.

EuGH: Ein „Wilder Streik“ des Flugpersonals, der auf die überraschende Ankündigung einer Umstrukturierung folgt, stellt keinen “außergewöhnlichen Umstand“ dar, der es der Fluggesellschaft erlaubt, sich von ihrer Verpflichtung zur Leistung von Ausgleichszahlungen bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen zu befreien. Die Risiken, die sich aus den mit solchen Maßnahmen einhergehenden sozialen Folgen ergeben, seien vielmehr Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit der Fluggesellschaft.

Update für Anleger zum Insolvenzverfahren der P & R Gruppe

Donnerstag, 12.04.2018 - Roland Kirsten

Weitere Gesellschaft der P & R Gruppe in Insolvenz

Neben den drei bereits insolventen Unternehmen der P & R Gruppe besteht jetzt auch bei einem weiteren Unternehmen der Gruppe die Gefahr, in die Insolvenz zu fallen. Dabei geht es um die P & R Transport-Container GmbH.

Wie bereits auf Grund einer Ad-hoc-Mitteilung zu erwarten war, sind nun auch zwei weitere Gesellschaften der P & R-Gruppe in die Insolvenz gefallen und haben am 26.04.2018 Insolvenzantrag gestellt.

Es handelt sich um die P & R Transport-Container GmbH (Az.: 1542 IN 1127/18) sowie die P & R AG (Az.: 1542 IN 1128/18).

Diese Gesellschaft hat Forderungen gegen die drei bereits insolventen Unternehmen der P & R Gruppe, die P & R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P & R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P & R Container Leasing GmbH. Damit hat sich die Gefahr realisiert, dass auch die P & R Transport-Container GmbH selbst ihren Verbindlichkeiten gegenüber ihren Anlegern nicht mehr nachkommen kann. Dies hatte die P & R Transport-Container GmbH in einer Ad-hoc-Meldung schon früher bekannt gegeben.

Somit müssen auch die hiervon betroffenen Anleger den Verlust ihrer Anlage befürchten. Anleger können ihre Ansprüche zwar im Insolvenzverfahren anmelden, zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch nicht abschätzbar, wie die vorläufigen Insolvenzverfahren ausgehen. So wurde durch den Insolvenzverwalter am 17. Mai bekannt gegeben, dass deutlich weniger Container im Bestand der vier Gesellschaften vorhanden sind, als an die Anleger verkauft worden sind. Dies wird voraussichtlich erhebliche wirtschaftliche Nachteile für die Anleger nach sich ziehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Verantwortlichen der Gesellschaften.

Als  Anleger der P & R Transport-Container GmbH sollten Sie jetzt handeln und Ihr Eigentumszertifikat anzufordern. Dieses kann für die Verfolgung Ihrer Rechte im weiteren Verlauf und Verfahren von maßgeblicher Bedeutung sein.

Auch an Regressrisiken denken

Ein besonderes Risiko besteht für Anleger aller Gesellschaften der P & R Gruppe in der Form einer möglichen Nachzahlungsverpflichtung. Laut Prospekt haften die Anleger persönlich und unbeschränkt für die finanziellen Verpflichtungen aus den Containern. Dies sind insbesondere Kosten wegen Stand- und Lagergebühren, Versicherung, Wartung, Unterhalt etc. Auch wenn bei einer GmbH dies gesetzlich so nicht vorgesehen ist, kommt dies im Ergebnis einer Nachschusspflicht gleich, wie sie bei notleidenden Fonds üblich ist. Dort mussten viele Anleger trotz verlorenem Kapital noch Nachschüsse zahlen, was die Schäden der Anleger noch vergrößerte. Hinzukommen häufig teure schnell eingeleitete Regressprozesse.

Ferner droht das Risiko, dass bereits erfolgte Zahlungen und Ausschüttungen einer Gesellschaft im Insolvenzfall einer Prüfung durch den Insolvenzverwalter mit dem Ziel einer Rückforderung unterzogen werden.

In diesen Fällen sollten sich betroffene Anleger anwaltliche Hilfe holen, um erlittene Verluste zu minimieren und vor allem auch zukünftige Schäden zu verhindern. Bei uns finden Sie eine professionelle Unterstützung in diesen Dingen.

Die Haftung des Anlageberaters

Zusätzlich sollten Sie prüfen, ob Sie beim damaligen Abschluss der Anlage falsch oder unvollständig beraten worden sind. In diesen Fällen können Sie möglicherweise Schadenersatzansprüche gegen den damaligen Finanzberater oder -vermittler – was auch eine Bank sein kann – durchsetzen und Ihre Verluste möglicherweise ausgleichen oder zumindest minimieren.

Gern können Sie uns unverbindlich ansprechen. Dafür stehen Ihnen Frau RAin Katharina Schnellbacher und RA Roland Kirsten gern zur Verfügung.

Die perfekte Küche bestellt – zu spät mit Mängeln geliefert – was tun?

Montag, 09.04.2018 - Roland Kirsten

Das Problem: Die neue Wunschküche ist bestellt, der Verkäufer hat die pünktliche Lieferung und fachgerechte Montage zugesagt und dann kommt es ganz anders: Termine werden nicht gehalten, es wird vertröstet, es dauert. Wird schließlich die neue Küche geliefert, fehlen Teile, beim Einbau wird gepfuscht, es gibt Beschädigungen.

Was tun?

Welche juristischen Möglichkeiten haben Sie? Dabei hilft ein Blick in die Bestellung und eine gute anwaltliche Beratung. Statt langer Diskussionen mit dem Lieferanten ist häufig ein Widerruf oder Rücktritt vom Vertrag möglich. Dazu bedarf es gegebenenfalls einer Widerrufserklärung oder Mahnung. Die richtige Formulierung stimmen wir gerne mit Ihnen ab. Von nun an kann auch die Möglichkeit bestehen, anfallende Anwaltskosten dem vertragswidrig handelnden Lieferanten in Rechnung zu stellen – unabhängig von einer Rechtsschutzversicherung.

Zeigen sich beim Einbau oder bei der Benutzung der Küche Mängel, empfehlen wir diese umgehend schriftlich zu rügen, damit Sie Ihre Rechte behalten. Aus der Mängelrüge muss die konkrete Beschreibung des Mangels hervorgehen, auch muss die Rüge erkennen lassen, dass Sie den Lieferanten haftbar machen wollen. Wenn Sie die Rechnung noch nicht vollständig bezahlt haben, empfiehlt sich ein angemessener Einbehalt, bis der Mangel beseitigt ist. Hilfreich sind auch Fotos, mit denen der Mangel dokumentiert werden kann.

Die Mängel müssen innerhalb angemessener Fristen behoben werden. Auch hat der Verkäufer regelmäßig zwei Versuche zur Nachbesserung. Erst danach können Sie ein anderes Unternehmen beauftragen oder auch jetzt noch den Rücktritt erklären.

Bei diesen Themen beraten und unterstützen wir Sie gern. Eine Erstberatung ist regelmäßig sinnvoll und günstig und wird von den Rechtsschutzversicherungen regelmäßig übernommen.

3 Firmen der P & R Gruppe sind insolvent – wir unterstützen Sie bei Regressmöglichkeiten

Montag, 19.03.2018 - Roland Kirsten

Wieder droht Anlegern ein Ausfall ihrer Ersparnisse. Drei Firmen der P & R Gruppe aus München Grünwald haben Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht München bestellte am Montag die Rechtsanwält Michael Jaffé und  Philip Heinke zu vorläufigen Insolvenzverwaltern.

Die P&R-Gruppe hatte ihren Anlegern sogenannte Direktinvestments in Container angeboten. Die Container wurden von den Anlegern gekauft und einige Jahre  vermietet. Die Anleger erhielten während der Laufzeit Mietzahlungen und hatten die Aussicht, dass die P&R-Firmen die Container am Ende der Vertragslaufzeit zurückkaufen.

In den vergangenen Monaten aber gab es erste ernste Signale: Anleger mussten erstmals auf Mietzahlungen warten. Vor zwei Wochen erfuhren Kunden dann, dass sich ein anstehender Rückkauf von Containern verzögere.  Wenig später stoppte P&R den Neuverkauf. Jetzt also die Insolvenz.

Hat der Berater ordentlich beraten?

Wie die Erfahrung aus vergleichbaren Fällen aus anderen Branchen zeigt, sind die Chancen auf Entschädigung oder Erstattung des eingesetzten Kapitals aus der Insolvenzmasse eher vorsichtig einzuschätzen. Ins Blick rückt dafür regelmäßig die Frage, wer das Investment vertrieben hat und mit welcher Sorgfalt dabei gearbeitet wurde. Sind die Regeln über eine ordnungsgemäße Beratung beachtet worden? Oder nicht? Dann ergibt sich die Regressmöglichkeit der Beraterhaftung. Welchen Anlagezweck haben Sie verfolgt? Wie wichtig war Ihnen die Sicherheit der Anlage? Welche Erfahrungen mit vergleichbaren Investmenst hatten Sie?  Auf diese und andere Fragen kommt es bei der Geldanlageberatung an. Anders als die Anlagegesellschaft selbst ist dieser  Berater häufig liquide und kann eventuelle Haftungsansprüche erfüllen. Das gilt auch dann, wenn die Beratung bereits einige Zeit zurück liegt. Prüfen Sie, ob Sie noch Dokumente oder zum Beispiels Mailaustausch mit dem Berater aus der Zeit der Anlageberatung haben. Alles kann hilfreich sein, wenn es darum geht, eventuelle Regressansprüche  zu prüfen und zu realisieren.

Unabhängig davon empfehlen wir Ihnen, die üblichen Schritte wie Insolvenzanmeldung in die Wege zu leiten. Dabei unterstützen wir Sie gern mit unserer Erfahrung. Sprechen Sie uns an.

Nutzungsausfallentschädigung: Eigener Zweitwagen oder Auto der Ehefrau?

Donnerstag, 30.11.2017 - Christoffer Friedrich

Für den Anspruch auf pauschalisierte Nutzungsausfallentschädigung nach einem Verkehrsunfall ist es grundsätzlich unschädlich, wenn dem Geschädigten von Dritten, insbesondere Familienmitgliedern, unentgeltlich ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt wird.

Hierbei sind zwei Fallgestaltungen zu unterscheiden: Eigener Zweitwagen einerseits und anderseits die unentgeltliche Bereitstellung eines Ersatzfahrzeuges durch einen Dritten. Im zweiten Fall wird der Schädiger nach dem Willen des Gesetzgebers nicht entlastet, sodass ein Anspruch des Geschädigten auf Nutzungsausfall besteht (so das Oberlandesgericht Saarbrücken; Urteil v. 01.06.2017, Az: 4 U 33/16).

Aus Sicht des Geschädigten ist es am günstigsten, wenn der überlassene Ersatzwagen im Alleineigentum des Dritten steht. Dem Oberlandesgericht genügte bei dem von ihm zu beurteilenden Sachverhalt hierfür die Behauptung einer „einfachen Rechtstatsache“: „Zweitfahrzeug der Ehefrau“. Um diese Behauptung jedoch zu untermauern, sollte zu den Eigentums- und Besitzverhältnissen näher vorgetragen werden, sofern die Gegenseite die Behauptung bestreitet.

Bei diesbezüglichen Rückfragen, vor allem im Hinblick auf die bei einem „Familienauto“ meist nicht einfach zu beantwortende Frage, ob es sich hierbei um den Zweitwagen des Geschädigten oder um das Fahrzeug der Ehefrau handelt, steht Ihnen unser Fachanwalt für Verkehrsrecht, Rechtsanwalt Christoffer Friedrich, gerne zur Verfügung.

Rückgabe von herstellerfinanzierten Diesel-PKW

Sonntag, 05.11.2017 - Roland Kirsten

Chance für günstige Rückabwicklung nutzen

Fehler bei der Widerrufsbelehrung in Kreditverträgen der Autobanken eröffnen jedem Verbraucher gute Chancen zur Rückgabe seines Autos. Je nach Abschlusstermin der Verträge kann das sogar  auch ohne die Zahlung einer Nutzungsentschädigung möglich sein.

Der Kauf eines Fahrzeugs wird gerne von den Autohäusern des Herstellers finanziert. Schließt also ein Kunde nun einen Darlehensvertrag zum Kauf des Autos ab, muss wie bei jedem anderen Darlehensvertrag dem Kreditvertrag eine Widerrufsbelehrung beigefügt sein. Damit soll der Verbraucher über die Möglichkeit eines Widerrufs des Vertrages informiert werden. Diese Belehrung muss korrekt sein, um die 14-tägige Widerrufsfrist auszulösen. Eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung kann jedoch die 14-tägige Frist nicht auslösen. In diesen Fällen gibt es für den Darlehensnehmer auch noch Jahre nach Abschluss des Darlehensvertrages und des Autokaufs die Möglichkeit, den Darlehensvertrag zu widerrufen. Damit kann er dann alle Verträge rückabwickeln.

Insbesondere die Kreditverträge der Bank des Herstellers der Dieselskandal-Autos weisen nach Experteneinschätzung zahlreiche Fehler in ihren Widerrufsbelehrungen auf.

Für die Käufer dieser Fahrzeuge besteht so eine Chance, über den Widerruf des Kreditvertrages auch den Kaufvertrag für das Kfz zu widerrufen. Die Verträge stellen  als verbundenes Geschäft quasi eine Einheit dar. Bei Verträgen, die ab dem 13. Juni 2014 abgeschlossen wurden, besteht sogar die Chance, dass die Kunden nicht einmal einen Ausgleich für den Wertverlust oder eine Entschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen müssen.

Überlassen Sie die Prüfung den Experten

Kann ein Kreditvertrag erfolgreich widerrufen werden, führt dies nicht nur dazu, dass der Kreditvertrag für die Autofinanzierung rückabgewickelt wird. Vielmehr wird gleichzeitig auch der Kaufvertrag über das Auto widerrufen und rückabgewickelt. Der betroffene Verbraucher kann also seinen schadhaften Diesel an den Händler zurückgeben. dDe kreditgebende Bank muss sämtliche bereits geleisteten Tilgungszahlungen zurückzahlen und die Restschuld des Darlehens erlischt.

Doch nicht jeder Kreditvertrag im Zusammenhang mit einem Autokauf muss eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthalten. In jedem Fall sollte die Widerrufsbelehrung sorgfältig anwaltlich geprüft werden, bevor der Vertrag widerrufen wird.

Bei uns stehen Ihnen für Rückfragen in Frankfurt und Hanau Frau Rechtsanwältin Schnellbacher und in Hagen Rechtsanwalt Papadopoulos zur Verfügung.

Welche Passagierrechte Sie bei Annulierungen von Flügen haben

Freitag, 20.10.2017 - Roland Kirsten

Manche Fluglinie ändert recht kurzfristig ihren Flugplan. Die Auswirkungen für den Passagier sind dann ähnlich wie bei einer Flugverspätung. Bei einer Flugverspätung stehen dem Passagier bei einer Verspätung eines Flugs von mehr als 3 Stunden Ausgleichzahlungen von der Fluglinie zu. Die Summe richtet sich nach der Entfernung und ist in der Fluggastrechte-Verordnung der EU Nr. 261/2004 festgelegt. Bis zu einer Entfernung von 1500 km gibt es bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden 250 Euro, zwischen 1500 und 3500 km beträgt der Betrag 400 Euro pro Passagier und über 3500 km 600 Euro.

Der Flug muss in jedem Fall über 3 Stunden verspätet sein. Die Verspätungsdauer am Zielort wird genau zum Zeitpunkt des Öffnens der Flugzeugtüre gerechnet.

Auch wenn bei Annullierungen die Situation und die Gründe anders sein können, lohnt es sich zu prüfen, ob im Einzelfall eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung der EU Nr. 261/2004 verlangt werden kann. Dies richtet sich im Zweifel nach der Frist, mit der die Annullierung des Fluges von der Fluglinie angekündigt wird. Bei langfristigen Absagen eines Fluges bestehen keine Ansprüche, je kürzer die Absage erfolgt, desto besser sind die Chancen für eine Entschädigung. Die Voraussetzungen sollten im Einzelfall genau geprüft werden. Die Umbrüche bei den Fluglinien sollten nicht dazu führen, dass Ihre Rechte negiert werden.

Viele Fluglinien lehnen berechtigte Erstattungsansprüche zunächst ab. Deshalb ist eine Durchsetzung trotz der eindeutigen Geltung der Fluggastrechte-Verordnung regelmäßig nicht einfach. Hinzu kommt, dass viele Fluglinien – bewusst oder unbewusst – in Deutschland keine rechtlich greifbare Niederlassung haben. Gleichwohl können die Ansprüche am Gericht des Abflugs oder Ankunftsort geltend gemacht werden, dabei sollten qualifizierte und spezialisierte Anwälte gewählt werden.

Gern beraten Sie Herr Rechtsanwalt Christoffer Friedrich in Frankfurt und Hanau und Rechtsanwalt Stephan Papadopoulos im Büro in Hagen zu Ihren entsprechenden Fragen nach möglichen Entschädigungen


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